Süßes für die Seele – über Stil, Zweifel und das Dranbleiben

Süßes für die Seele – über Stil, Zweifel und das Dranbleiben

Dieses Motiv ist nicht einfach „entstanden“.
Es ist das Ergebnis von Ausprobieren, Verwerfen, Neuansetzen – und ganz viel Unsicherheit dazwischen.

Ich merke immer wieder: Einen eigenen Stil zu finden ist kein gerader Weg.
Es ist kein Moment, in dem man plötzlich denkt: Das ist es jetzt.
Es ist eher ein langsames Annähern. Mit Umwegen. Mit Phasen, in denen man alles infrage stellt.

Dieses Frosch-Motiv steht genau dafür.

Ich habe in den letzten Monaten bewusst einen anderen Stil ausprobiert. Weicher, verspielter, niedlicher als das, was ich vorher gemacht habe. Nicht, weil der alte Stil falsch war – sondern weil ich gemerkt habe, dass da noch etwas anderes in mir ist, das raus möchte.

Ich habe viel getestet.
Farben, Formen, Proportionen.
Ich habe mir unzählige Videos angeschaut, Tutorials, Prozesse anderer Künstler:innen. Nicht um zu kopieren, sondern um zu verstehen. Um zu lernen, warum etwas wirkt. Warum etwas warm fühlt. Warum etwas beruhigt.

Und trotzdem:
Zwischen all dem Lernen kommt irgendwann der Punkt, an dem man merkt, dass Wissen allein nicht reicht.
Man muss sich trauen, Dinge umzusetzen – auch wenn sie sich noch nicht „richtig“ anfühlen.

Genau da wird es schwierig.

Es ist nicht leicht, seinen Stil zu finden.
Und ehrlich gesagt: Manchmal fühlt es sich an, als würde man ihn gerade greifen – nur um ihn im nächsten Moment wieder zu verlieren. Dann kommen Zweifel. Vergleiche. Die Frage, ob das, was man macht, überhaupt jemanden berührt.

Dieses Motiv ist aus genau so einer Phase entstanden.

Ich wollte etwas schaffen, das nicht laut ist, sondern tröstlich.
Etwas, das man anschaut und kurz lächelt.
Etwas, das sich anfühlt wie ein kleines Innehalten.

„Süßes für die Seele“ ist kein perfektes Werk.
Aber es ist ehrlich.
Es ist weich.
Und es trägt all diese Schritte in sich, die man von außen oft nicht sieht.

Vielleicht ist genau das der Punkt:
Stil ist nichts Festes. Er wächst mit einem. Er verändert sich, wenn man sich verändert. Und manchmal muss man Umwege gehen, um näher bei sich selbst anzukommen.

Ich lerne gerade, mir diese Umwege zu erlauben.
Nicht alles sofort zu bewerten. Nicht jedes Bild mit einem Vergleich zu belasten. Sondern zu sehen, wie viel Entwicklung bereits passiert ist – auch wenn sie leise ist.

Dieses Motiv erinnert mich daran, warum ich überhaupt angefangen habe zu zeichnen:
Nicht um perfekt zu sein.
Sondern um Gefühle sichtbar zu machen.

Und manchmal reicht genau das.

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